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Vielleicht ist die Liebe so

von Katja Früh, Diogenes Verlag „Der Termin ist am 18. Februar um vier. Schreib dir das ein“, sagte meine Mutter und schlürfte genüsslich ihre Won Ton Suppe. Ich bin froh, dass mein Psychiater mir ein Viertelchen Valium zu nehmen erlaubt hat, wenn ich meine Mutter treffe. Für ihn gehört sie ganz oben auf die Hitliste der Tausenden von Müttern, über die in seiner Praxis geredet wird. Da sitzt sie nun

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Wenn ich eine Wolke wäre

von Volker Weidemann, Kiepenheuer & Witsch “Wie viel Liebe hat Mascha Kaléko uns hinterlassen. Wieviel Schönheit und Trost. So lange hat sie Wunder beschworen und auf Wunder gehofft, bis sie alle aufgebraucht waren. Die größten aber sind erst nach ihrem Tod geschehen. Dieser unglaubliche und nicht abreißende Erfolg ihrer Gedichte.“ (Zitat) Ach, Mascha Kaléko, was hätte man ihr gewünscht, dies noch zu erleben. Besonders in der Zeit, als sie 1955

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Die Unbußfertigen

von Elina Penner, Aufbau Verlag Haimlik, die „App der Stunde“ lädt zehn Personen in ein altes Herrenhaus ein. Drei weibliche Influencerinnen und sieben Männer im Kommentarbereich. Alle sind der digitalen Welt verfallen. Natascha vermarktet ihren prächtigen Hintern, Amy das „glückliche“ Familienleben und Jutta wertet ihr langweiliges Leben mit esoterischen, halbseidenen Weisheiten auf. Alle drei glänzen im obersten Follower-Ranking. Die Männer tummeln sich im Bereich Hasskommentare und treiben damit insbesonders weibliche

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Zwischen uns liegt August

von Fikri Anil Altintas, H.C. Beck Verlag  Mürüvet, die Mutter unseres Autors Anil ist todkrank. Ihr hat er diesen Roman gewidmet. Lebensgeschichte, Abschied und viel Trauer über „Nicht-Nachzuholendes“ ist hier großes Thema. Zwei Zeitebenen wechseln sich ab. Einerseits eine Zeitreise in die politisch unruhige Türkei Anfang der 70ger Jahre. In die Jugend Mürüvets, die von einer Zukunft als Flugbegleiterin träumt. Und dann dem unfreiwilligen Wechsel nach Deutschland, wohin das junge

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Blinde Geister

von Lina Schwenk, H.C. Beck Verlag  „Als die ganze Familie zum ersten Mal unten blieb, war Olivia noch ein Baby. Ihre Schwester Martha hielt es für ein Riesenabenteuer…während ihr Vater eine Liste von Dingen machte, die fehlten“. Der zweite Weltkrieg ist über 15 Jahre vorbei, es herrscht Frieden. Die Angst „dass die Russen kommen“ von Vater Karl und Mutter Rita bleibet aber unverarbeitet und präsent. Karl richtet den Keller ein.

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Von hier aus weiter

von Susann Pásztor, Kiwi-Verlag Nein, so war es ist nicht ausgemacht! Nach 30 Jahren Ehe hatte Marlenes Mann Rolf die Diagnose Krebs bekommen und sie waren sich einig: selbstbestimmt aus dem Leben zu gehen, bevor es qualvoll wird. Gemeinsam, wohlgemerkt. Und dann? Ja, und dann ist es schiefgelaufen, zumindest für Marlene. Rolf ist nicht mehr aufgewacht, wohl aber sie. Nun steht sie da, voll Wut, einsam, perspektivlos. Ohne Fähigkeit zu

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Vergiss mich

von Alex Schulman, dtv Verlag Ein dunkles, helles und ehrliches Buch. Alex Schulmann, einer der bedeutendsten, schwedischen Autoren der Gegenwart hat wieder ein schnörkelloses, emotionales und mitreißendes Werk über sich und seine Familie geschrieben. (So wie schon „Verbrenn all meine Briefe“ und „Die Überlebenden“). Beginnend in seiner frühen Kindheit und der große Liebe zur Mutter, einer hübschen, intelligenten, liebevollen Frau. Diese unbeschwerte, Kindheit endet abrupt, als deren Alkoholsucht zuschlägt. Mit

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Hier draussen

von Martina Behm, dtv Nach ein paar Seiten in diesem großartigen Buch „Hier draussen“ war ich „mittendrin“! In diesem kleinen 200 Seelen-Dorf Fehrfeld in Holstein. Alte Höfe, viel Natur, kleiner See. Dorthin hat es auch das junge Paar Ingo und Lara mit zwei Kindern gezogen. Raus aus Hamburg, rein in die verlockende Idylle. Er pendelt jeden Tag zu seiner „Youngster IT-Firma“, sie macht Homeoffice als Designerin und kümmert sich um

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Die erste halbe Stunde im Paradies

von Janine Adomeit, Arche Verlag Anne ist eine junge, karriereorientierte Pharmareferentin. Zielstrebig geht sie ihren Weg und befindet sich kurz vor ihrer Marketing-Präsentation, um schmerzlindernde Opiate wie Fentanylpflaster noch gewinnbringender in den Markt zu bringen. Auch, wenn bekannt ist, dass diese Produkte abhängig, also süchtig machen. Für Anne kein Thema, sie ist selber Meister im Verdrängen von Gefühlen und Schmerz. Das passt schon, Hauptsache Erfolg! Mitten in dieser Pharmatagung meldet

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Drei Sommer lang Paris

von Patricia Holland Moritz, Aufbau Verlag „Auf allen vieren stand er über mir. Ich schaute dem Eiffelturm in den Schritt. -Den Eiffelturm sehen und sterben- hatte es dort, wo ich herkam, geheißen. Wo die Chance ihn zu Gesicht zu bekommen, verschwindend gering war, ließ es sich leicht vom Sterben reden. Nix da. Für mich fing es grade erst an, das Leben.“ Es ist der Jahrhundertsommer 1989, in dem die 21jährige Ulrike

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