von Alex Schulman, dtv Verlag
Ich stehe im Flur vor dem 50 Jahre alten Telefon, die typische „graue Maus“: meine Erinnerung an unser Ferienhaus in den 60er Jahren. Alles lange her, aber die damalige Nummer 1530 habe nie vergessen. Ebenso wie die Erinnerung an schöne und tragische Jahre. Warum ich das erzähle? Weil so eine alte Nummer die zentrale Rolle in diesem Roman spielt. Wie in all seinen Büchern geht Alex Schulman in seineKindheit. Das Ergebnis: Eine Psychoanalyse der besonderen Art, ein bisschen surrealer Krimi, 346 Seiten Spannung. Der Ich-Erzähler steckt in Schwierigkeiten, ist als Lehrer zwischen zwei Schüler gegangen um zu schlichten. Da passiert plötzlich etwas. Er gerät in Wut, schlägt wohl zu. Wie ein Sekunden-Blackout, unerklärlich. Er wird suspendiert, hat viel Zeit. Was hat diesen Kontrollverlust ausgelöst? Beim Aufräumen findet er das Telefonbüchlein seines Vaters und darin die Nummer des Ferienhauses, wo die Familie damals die Sommer verbracht e. Plötzlich drängt es ihn diese 26217 anzurufen. Und damit nimmt diese Geschichte Fahrt auf. Tatsächlich wählt er sie und wer hebt ab? Er selber, als 8jähriger. Bei weiteren Anrufen hat er dann seine Eltern, die Schwester am Hörer. Und immer am 17.Juni 1982. Er versucht mit allen ins Gespräch zu kommen, spürt deutlich, dass an diesem Datum etwas geschehen sein muss. Ein Trauma, das im Heute zu dem „Ausraster“ geführt hat! Abwechselnd gehen wir in diese Vergangenheit, dürfen mit hinschauen: auf die Eltern, deren Ehe, die Schwester und den kleinen Vidar (Alex). Und dann wieder in die Gegenwart, wo sich der Knoten zuzieht. Doch vielleicht lässt er sich ja noch lösen. Ein bisschen verrückt? Ja, aber genial verrückt. Zitat Alex Schulman: Für mich ist die Kindheit Ground Zero, der Punkt des Einschlags. Hier hat alles angefangen. In meinem Leben frage ich mich immer wieder: Was ist passiert? Und auch in meinen Büchern komme ich immer wieder auf diese Frage zurück: Was ist passiert? So fragen auch Psychotherapeuten. Und da ich noch keine Antwort darauf gefunden habe, stelle ich mir die Frage immer wieder und schreibe darüber